Digitalisierung

Warum die bAV-Verwaltung im Mittelstand noch immer im Aktenordner steckt

Jeder vierte Mittelständler mit betrieblicher Altersvorsorge empfindet den Verwaltungsaufwand als hoch, vor allem wegen Mitarbeiterwechseln und Datenpflege. Ein Praxisbeispiel zeigt, was passiert, wenn genau das digitalisiert wird.

Digitale Verwaltung der Vorsorgeverträge am Arbeitsplatz
Dieselben Vorgänge, nur ohne Aktenordner: digitale Verwaltung macht Ein- und Austritte in Minuten statt Tagen sichtbar.

Kurz beantwortet

Wie digital ist die bAV-Verwaltung im deutschen Mittelstand wirklich?

Eine belastbare Gesamtquote gibt es nicht, dafür aber ein deutliches Signal: Laut einer Forsa-Studie im Auftrag der ALH-Gruppe von Januar 2026 empfindet rund ein Viertel der Inhaber und Geschäftsführer im Mittelstand mit bestehender betrieblicher Altersvorsorge den Verwaltungsaufwand als hoch, vor allem durch Mitarbeiterwechsel und laufende Datenpflege. Die Studie fordert Versicherer deshalb ausdrücklich auf, den Aufwand mit digitalen Lösungen zu senken.

Das deckt sich mit einer Beobachtung, die schon länger im Raum steht: Bereits 2022 berichtete laut einer Generali-Studie jeder vierte bAV-Experte von überwiegend digital geführten Beratungsgesprächen. Der Trend läuft also seit Jahren, nur eben langsamer, als man angesichts der Klagen über Verwaltungsaufwand erwarten würde.

Ein Praxisbeispiel: von 7 auf 100 Prozent Teilnahme

Wie groß der Unterschied in der Praxis ausfallen kann, zeigt ein Fallbeispiel aus der Fachpresse: Bei Planisware Deutschland, einem Unternehmen mit 115 Mitarbeitenden, stieg die Teilnahmequote am bAV-Basiskonto nach der Digitalisierung von Vertragsverwaltung und rechtssicherer Dokumentation von 7 auf 100 Prozent.

25 %der Mittelständler empfinden den bAV-Verwaltungsaufwand als hoch (ALH-Forsastudie, Januar 2026)
7 → 100 %Teilnahmequote bei Planisware Deutschland nach Digitalisierung der Verwaltung
115Mitarbeitende im dokumentierten Beispielunternehmen

Versicherer sind gefordert, mit digitalen Lösungen den Verwaltungsaufwand zu reduzieren.

ALH-Forsastudie „Betriebliche Versorgung im Mittelstand 2026"

Warum das Thema jetzt an Dringlichkeit gewinnt

Drei Entwicklungen treffen gerade zusammen und machen digitale Verwaltung vom Komfort- zum Pflichtthema:

  • Fachkräftemangel in der Personalabteilung. Wo weniger Leute mehr Aufgaben stemmen, sind manuell geführte Excel-Listen und Papierakten der erste Ort, an dem Fehler entstehen.
  • Das neue Opt-Out-Modell aus dem BRSG II (siehe unser Beitrag zum Betriebsrentenstärkungsgesetz II) braucht eine saubere, jederzeit nachvollziehbare Datengrundlage, sonst lässt sich ein Widerspruch von Mitarbeitenden im Zweifel nicht belastbar dokumentieren.
  • Die Informationspflicht gegenüber Mitarbeitenden (siehe unser Beitrag zur Versorgungsordnung) lässt sich nur mit einer dokumentierten, jederzeit abrufbaren Grundlage belegen. Digitale Verwaltung ist hier kein Nice-to-have, sondern der einfachste Weg zum Nachweis.

Was digitale Verwaltung konkret abnimmt

In der Praxis heißt Digitalisierung der bAV-Verwaltung vor allem: Ein- und Austritte, Krankmeldungen, Elternzeiten und Beitragsanpassungen laufen zentral und papierlos, statt händisch zwischen Lohnbuchhaltung, Versorgungsträger und Personalakte hin und her übertragen zu werden. Arbeitgeber und Mitarbeitende sehen dabei jederzeit denselben aktuellen Stand, über einen eigenen Zugang.

Verwaltung digital. Haftung reduziert.

Wir übernehmen Ein- und Austritte, Dokumentation und Zuschussberechnung, digital und an einem Ort.

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